Blog

Mobile Payment – alles rund um die innovative Bezahlform

Miles and more fintech mobile payment
Was ist Mobile Payment, wie funktioniert es und wozu kann es nützlich sein?

Im Zeitalter der Digitalisierung möchten wir diverse Bereiche unseres Lebens möglichst effizient und bequem gestalten. Wir möchten von überall auf der Welt flexibel agieren und dabei auch noch Zeit und Geld sparen. Hierfür stehen zahlreiche technische Lösungen im Alltag zur Verfügung, die uns die Aufbewahrung und Verwaltung unserer Kontakte, Termine und Dokumente erleichtern. Dem Smartphone sei Dank, hat sich das Herumschleppen von schweren Aktenordnern und Terminkalendern seit Jahren erübrigt. Alles, was wir benötigen, ist nun stets griffbereit in der Hosentasche. 

Und wohin mit der dicken Geldbörse? Natürlich auch ins Handy!

Während die Zahlungsabwicklung über das Smartphone in Ländern wie den USA, Großbritannien und China1 bereits Gang und Gäbe ist, scheinen die Bargeld liebenden Deutschen noch etwas Aufklärungsbedarf beim Thema moderne Bezahlmethoden zu haben. Zeit, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Wie funktioniert Mobile Payment und wozu kann es nützlich sein? 

Der Begriff „Mobile Payment“ umfasst jegliche Art der kontaktlosen Bezahlung, die ausschließlich über ein mobiles Endgerät – also ohne Einsatz von Bargeld oder einer physischen Kreditkarte – getätigt wird. Dies gilt sowohl für virtuelle Kassensysteme beim Online-Einkauf als auch für den stationären Handel – dem POS (engl. Point-of-Sale). Für Letzteres gibt es derzeit zwei gängige Vorgehensweisen: Zum einen können die jeweiligen Zahlungsdaten kontaktlos mit Hilfe der NFC-Technologie (engl. Near Field Communication) zwischen dem Kassensystem und dem mobilen Endgerät des Kunden übertragen werden. Hierbei muss der Kunde beim Bezahlen lediglich sein Smartphone oder Tablet nah genug an das Bezahlterminal halten und die Abbuchung des jeweiligen Betrages von dem in der eWallet hinterlegten Konto wird initiiert. Bei Beträgen unter 25 Euro geschieht dies automatisch ohne weitere PIN-Eingabe, bei höheren Beträgen muss die Transaktion in der Regel zunächst über das mobile Endgerät bestätigt werden. Damit NFC sich, wie vorgesehen, als universale Methode durchsetzen kann, müssen jedoch erst einheitliche Standards der Anbieter für Soft- und Hardware entwickelt werden. 

Solange nicht sämtliche Mobiltelefone und die Lesegeräte der Händler über die NFC-Technologie verfügen, bleibt zum anderen die Alternative, die Datenverbindung zwischen den Geräten über das Scannen eines QR-Codes herzustellen. Hierzu reicht es aus, die entsprechende App auf dem Endgerät herunterzuladen, sich zu registrieren und den auf dem Kassenterminal angezeigten QR-Code zu scannen. Anschließend muss die Zahlung in der App bestätigt werden und wird dann von dem angebundenen Konto zum Händlerkonto transferiert.

Viele tun es bereits – zumindest online

Während gerade mal vier Prozent2 der Deutschen bereits mobil am POS bezahlen, erfreut sich das Zahlen per Smartphone oder Tablet im Online-Handel bereits größter Beliebtheit. Dem Mobile Payment Report 20173 von PwC zufolge werden vor allem Kleidung und Accessoires gerne über mobile Websites bezogen und bezahlt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob mit dem mobilen Endgerät über die Internetplattform eines Händlers geshoppt wird oder direkt in der entsprechenden App. Für das mobile Bezahlen bieten sich hier besonders viele Alternativen. Bisher war die Zahlung über Bankeinzug aus einem hinterlegten Girokonto sowie die Abbuchung des Rechnungsbetrages über die Eingabe der Kreditkarteninformationen die gängigste Methode. Aber auch wer auf Rechnung kauft und die Zahlung im Nachgang mit Hilfe eines mobilen Bezahlkontos wie Paypal, Klarna oder als Überweisung per Mobile Banking mit dem Smartphone tätigt, beteiligt sich bereits am Mobile Payment. Über die Korrektheit dieser Definition kann man streiten. Wichtig ist aber zu wissen, dass diese Transaktionen in den meisten Statistiken mitgezählt werden. Generell entscheiden sich die meisten Deutschen für Lösungen ihrer Bank. Aber auch PayPal, paydirekt, Amazon Payment und SOFORT haben sich in Deutschland etablieren können und bekommen seit diesem Jahr nun Konkurrenz von globalen branchenfremden Playern wie Google Pay und Apple Pay. 

Nutzer schätzen Peer-to-Peer Payment

Besonders beliebt sind Bezahlmethoden, bei denen auch Überweisungen in Echtzeit von einer Person zur anderen versendet werden können: sogenannte Peer-to-Peer Payments. Neben den oben genannten Anbietern bieten auch viele Direktbanken wie die DKB, N26 und ING DiBa diesen Service kostenlos an. Auch Filialbanken scheinen langsam den Wert dieses Features zu erkennen. So bietet seit Juli dieses Jahres die Sparkasse mobile Echtzeitüberweisungen an. Diese sind bisher allerdings kostenpflichtig. Die Rolle der klassischen Kreditinstitute sollte hierzulande nicht unterschätzt werden, denn trotz höherer Kosten empfindet die Mehrheit der Deutschen das Angebot der Banken als besonders vertrauenswürdig und sicher4.

Wie sicher sind mobile Bezahlverfahren?

Einer der Hauptgründe für die langsam voranschreitende Verbreitung von Mobile Payment in Deutschland sind die Bedenken bezüglich der Sicherheit und des Datenschutzes. Dabei geht es vor allem um die Aufzeichnung und Hinterlegung der einzelnen Transaktionsdaten, die möglicherweise zu Werbezwecken an unbefugte Dritte weitergegeben werden oder durch Hackerangriffe sogar zu Identitätsdiebstahl führen könnten. Um dies zu vermeiden, sind die etablierten Zahlungsanbieter mit diversen Sicherheitsinfrastrukturen ausgestattet. Besonders in Deutschland wird die Verarbeitung der Daten außerdem durch zahlreiche Gesetze wie dem BDSG (Bundesdatenschutzgesetz), TMG (Telemediengesetz) oder der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) reguliert. 

Bei Diebstahl oder Verlust des mobilen Endgerätes gelten, bedingt durch die erforderliche PIN-Eingabe, ähnliche Voraussetzungen wie für physische Kredit- oder Girokarten: Bei höheren Beträgen muss zunächst das jeweilige Gerät per Code oder Fingerabdruck entsperrt werden, um dann mit einer weiteren PIN-Eingabe die Zahlung zu bestätigen. Darüber hinaus ist der Zugriff auf die entsprechende App mit Hilfe des Nutzernamens und einem persönlichen Passwort auch über andere Geräte möglich, so dass Transaktionen in Echtzeit eingesehen und die betroffenen Accounts schnell gesperrt werden können.

Was also fehlt also für den Durchbruch?

Neben den Sicherheitsstandards wird oftmals auch der Mehrwert des Mobile Payments hinterfragt, da die Möglichkeit des Bezahlens im Online-Handel sowie am POS zum Beispiel auch mit der klassischen Kreditkarte gegeben ist. Für die weitere Verbreitung von Mobile Payment sei, laut PwC-Umfrage5, eine gemeinsame Lösung der beteiligten Anbieter notwendig. Diese sollte sowohl flächendeckend in Deutschland akzeptiert werden als auch auf Auslandsreisen verwendbar sein. Des Weiteren wünschen sich die Befragten einen Mix aus Mobile Banking-App, in der alle Rechnungen und Finanzprodukte verwaltet werden, aber auch Geldtransfers an andere Nutzer getätigt werden können. Zudem wünschen sie sich eine Service-Plattform zur direkten Buchung von Taxis, Restaurantreservierungen und Ticketbestellungen. Natürlich sollen auch sämtliche Bonuskarten digital verknüpft werden können und die Nutzung der Bezahlmethode mit zahlreichen Coupons und Rabatten belohnt werden. 

Den Hygienefaktor Sicherheit einmal außen vor gelassen, reicht es nicht aus, Mobile Payment ein wenig hübscher und praktischer zu gestalten, um ihm zum Durchbruch zu verhelfen. Erst signifikante Mehrwerte werden eine echte Transformation über den organischen Wandel von PC und Bargeld/Karte hin zu Smartphone und anderen Wearables schaffen. Die offene Frage ist nur, wer diese als erstes realisieren kann.

___________________

1Nutzerzahlen weltweit 
2https://www.kreditkarte.net/mobile-payment/
3PwC Mobile Payment Report 2017
4PwC Mobile Payment Report 2017
5PwC Mobile Payment Report 2017


Sie erreichen das Miles & More FinTech-Team unter

fintech@miles-and-more.com

 

Um Ihr Website-Erlebnis zu personalisieren und zu verbessern, werden Cookies verwendet. Mit der weiteren Nutzung dieser Website akzeptieren Sie unsere Cookie Policy