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Cashless for a month - Wie lebt es sich ohne Bargeld?

Miles and more fintech cashless
Technische Hürden machten es den Teilnehmern manchmal schwer

Wer oft im europäischen Ausland unterwegs ist, könnte manchmal den Eindruck erhalten, das bargeldlose Bezahlen stecke in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dies belegt augenscheinlich auch der im Februar veröffentlichte Bericht der Deutsche Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland. Demnach werden immer noch 74% aller Transaktionen bzw. 48% des Gesamtvolumens in bar bezahlt, beides jedoch mit sinkender Tendenz. Die Zeichen stehen somit auf Wandel, denn die Nutzung von Karten- und kontaktloser Zahlung steigt konstant. Auch wenn 88% der Deutschen nicht komplett auf Bargeld verzichten wollen, nutzen nur 28% ausschließlich Bargeld und immerhin 16% hauptsächlich bargeldlose Zahlungsmittel.

Genau hier haben die Finanz-Experten von Miles & More angesetzt und einen Praxistest im Selbstversuch gemacht. Wie groß sind die Herausforderungen im Alltag, wenn komplett auf Schein und Münze verzichtet wird?

Die Rahmenbedingungen für das spielerische Experiment setzten sich die 11 Teilnehmer selbst. Wer sich nicht daran hielt, schied aus. Alle Zahlungen mussten bargeldlos erfolgen, auch Umwege über bar erworbene Gutscheine oder Prepaid-Karten waren ausgeschlossen. Die Abendbegleitung, die in der Not großzügig Barzahlungen übernehmen wollte, war ebenfalls keine Option.

Aus Kulanz wurden zwei „Strikes“ gewährt: Joker, für die Bargeldzahlung. Schließlich kann es immer mal Fälle geben, in denen der Verzicht auf Bargeld schlicht nicht möglich ist.

Wie sich die Anzahl der Mitspieler entwickelte, wo die Herausforderungen lagen und welches Fazit das Miles & More Team zieht, lesen Sie hier.

Kreppel mit der Kreditkarte

Gleich die erste Woche stellt die Teilnehmer vor Herausforderungen: Ob Prepaid-Karte für die Betriebskantine, Parken in der Innenstadt oder der Bar-Besuch nach Feierabend. Die Erfahrung der Teilnehmer zeigt, dass die Akzeptanz bargeldloser oder gar digitaler Zahlungsmittel in vielen Alltagssituationen nach wie vor begrenzt ist. Aber es gibt sie, die Positivbeispiele, und das auch im Kleinen. Vereinzelt akzeptieren mittlerweile auch Bäckereien bargeldloses Zahlen, so musste im Büro während der fünften Jahreszeit nicht auf die zu Fasching so populären Kreppel – gerne auch Berliner oder Krapfen –  verzichtet werden. Dank Smartphone gestützten Terminals, wie sie die Unternehmen SumUp oder iZettle anbieten, nehmen auch überraschend viele kleinere Bars Kartenzahlung an und das auch gleich kontaktlos.

Einstellen muss man sich allerdings darauf, dass die Kartenzahlung nicht immer auf Gegenliebe stößt, häufig wird zudem ein Mindestumsatz verlangt. Dank Peer-to-Peer Payment Lösungen wie PayPal oder Lendstar können Rechnungen glücklicherweise ganz einfach und digital in der Gruppe aufgeteilt werden.

Fazit: Nach Woche eins sind noch alle 11 Teilnehmer im Rennen, der Kuchenverkauf beim Kinderkarneval und der Obolus für die Garderobe bei der Abendveranstaltung  führen allerdings dazu, dass insgesamt acht Strikes anfallen – und damit die ersten Wackelkandidaten feststehen.

Wenn die Technik nicht will

Die Herausforderung schweißt die Cashless-Gruppe zusammen, zahlreiche Stolpersteine des bargeldlosen Alltags wurden identifiziert, geteilt und können so umgangen werden. Nützliches Wissen, das leider auch nicht weiterhilft, wenn die Technik nicht mitspielt. Mehrfach war die bargeldlose Zahlung in Taxis, Restaurants und sogar einem Hotel nicht möglich, was die Teilnehmer zum Einsatz von Bargeld zwang. Auch im Ausland ist die Bilanz durchwachsen: Während die Russlandreise problemlos ohne Bargeld organisiert werden kann – für die Moskauer Metro ist nicht einmal ein Extraticket nötig, die Kreditkarte reicht – ist in Madrid schon beim Airport Shuttle Schluss. Bei Behördengängen sind Bezahlvorgänge problemlos mit der Girokarte zu bewältigen, auch der Frisörbesuch stellt keine Hürde dar. Herausfordernd sind hingegen Einkäufe auf dem Wochenmarkt, Cash ist hier nach wie vor King. Dies und weitere defekte Bezahlterminals führen dazu, dass Woche zwei mit insgesamt 17 Strikes und zwei Teilnehmern weniger endet.

Highlight der letzten beiden Wochen: das Team-Dinner. Hier brauchte es sechs verschiedene Karten und zwei Terminals, bis die wackelige Netzverbindung als Problem ausfindig gemacht wurde. Kartenzahlungen waren zwar möglich, aber nur an einem ebenso zentralen wie prominenten Ort: in der Mitte des Restaurants. Wie schon zuvor sind auf den letzten Metern noch mehrere Teilnehmer am  Mindestumsatz bei der Kartenzahlung im Café oder dem Bäckereibesuch gescheitert.

Das Fazit der Teilnehmer: Der eingangs erwähnte Wandel in Deutschland findet statt und zwar auf breiter Ebene. Vor allem mobile Terminals und die Möglichkeit, Mindestbeträge digital aufzuteilen, füllen Lücken in Alltagssituationen. Kartenzahlungen am POS (Point of Sale), also im physischen Handel, sind auf dem Vormarsch und auch das kontaktlose Bezahlen setzt sich langsam durch. Ein Trend der sicherlich noch verstärkt wird, wenn zusammen mit Apple Pay das Bezahlen mit dem Mobiltelefon bei einer breiteren Masse ankommt. Gleichzeitig bewahrheitet sich auch die Kehrseite der eingangs erwähnten Bundesbankstudie. Diese zeigt auf, dass besonders bei Freizeitaktivitäten (73%) sowie Essen & Trinken außer Haus (80%) auf Bargeld gesetzt wird. Ebenso sinkt die Akzeptanz von bargeldloser Zahlung in Abhängigkeit vom Betrag, unter 5,- EUR werden immer noch 96% aller Transaktionen bar ausgeführt. Somit ist es noch ein weiter Weg bis zu einem Leben ganz ohne Bargeld. Das zeigt auch die interne Miles & More-Challenge: nur zwei der elf Teilnehmer haben es geschafft, einen Monat lang völlig auf Bargeld zu verzichten. Hauptsächlich auf bargeldlose Zahlungen zu setzen funktioniert aber schon jetzt sehr gut und das genügt vielleicht ja auch.



Sie erreichen das Miles & More FinTech-Team unter

fintech@miles-and-more.com

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